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Die Werkstatt des Metatron

The Game

Die Werkstatt des Metatron

Theatrales Game


„Lohnt sich“
Georg Kasch, Tagesspiegel

„Ein Highlight, dass sehr wohl für sich selbst stehen kann (…) Die rechtzeitige Entschlüsselung der clever designten und technisch perfekten Prüfungen lässt unwillkürlich den Puls in die Höhe schnellen.“
Matthias Weigel, nachtkritik

Der ehemalige Flughafen Tempelhof im Sommer 2012. Menschen sitzen in der warmen Sonne. Es wird gegrillt, gespielt und gelacht. Zwischen Picknickdecken und spielenden Kinder fügt sich ein Haus mit niedlichen Gardinen in die sommerliche Idylle. Auf dem gleichen Grundstück, im sorgfältig gemähten Garten, steht ein verlassener Turm. Oben, auf einer Ablage, steht inmitten von sonderbarem Werkzeug ein Becher mit noch warmem Kaffee. Die Zettel mit wirren Notizen sehen aus, als hätte gerade noch jemand an ihnen gearbeitet. Wer von hier aus auf die Wiesen herunterschaut, spürt eine Ahnung von Unheil in der Luft. Die heile Welt ist eine Kulisse. Erst aus der Vogelperspektive lassen sich die Systemfehler erkennen.

Die Bibel lügt. Gott hat vor langer Zeit das Handtuch geworfen. Aber die Menschheit weiß das nicht. Mit ihren Fahrrädern und Sommerhüten hat sie den Weltuntergang verschlafen. Das ist auch gut so, findet zumindest Metatron. Er, die Stimme Gottes, entsagt dem Herrn seine rechtmäßigen Dienste und weigert sich, die finale Nachricht zu verkünden. Menschen sind Schafe und er nun ihr Hirte. Das Wissen um die Welt und was sie wirklich zusammenhält, würde nur ihren Zerfall bedeuten. Das hat sie nicht verdient. Die mystische Illusion, die virtuelle Realität ist ihre einzige Hoffnung.

In der Zentrale der Matrix, der Werkstatt des Metatron, die sich hinter den Gardinen verbirgt, sieht die Welt so aus, wie sie eigentlich ist. Wir entdecken eine dunkle Kammer und rüttelnde Gitterstäbe, hören lautes Stimmengewirr, es riecht nach Pech und Schwefel. Hier verwahrt Metatron die Systemfehler und die Verschwörungstheoristen, die Ungläubigen und all jene Plagegeister, welche die intakte Benutzeroberfläche gefährden könnten.

Im Grenzbereich von Kitsch und Fäulnis inszenieren machina eX ein apokryphes Universum, das verdeckt bleiben soll, sich aber immer wieder offenbart. Wir brechen ein und rutschen hinab, in ein Abenteuer, das zwischen Weltuntergangsfantasie, Entdeckungsreise und Erlebnispark oszilliert.

Ein theatrales Short-Game für 12 Spieler – Dauer 30 Minuten.

Uraufgeführt am 01. Juni 2012 im Rahmen der Grossen Weltausstellung 2012 – THE WORLD IS NOT FAIR. Eine Veranstaltung von HAU Hebbel am Ufer und raumlaborberlin.

The Scenery

Credits

Von: Anna Fries, Robin Krause, Laura Schäffer and Philip Steimel
Sounddesign: Malu Peeters
Voice Acting: Christian Eckert, Nigel Dunkley

Gefördert durch HAU Hebbel am Ufer

machina eX macht Computerspieltheater – theatrale Point 'n' Click Adventures in lebensechter Grafik.